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Erfahrungsaustausch im Zentrum für Friedensarbeit Anklam, April 2009 (Foto: Privat)
Unser Baum - Zuwachs für den Anklamer Wald für Frieden, Oktober 2009 (Foto: Privat)

Fakten/Meinungen
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Beides gehört zusammen.
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Zuwachs im Anklamer Wald für Frieden

Im Frühjahr und im Herbst diesen Jahres waren jeweils Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern traditionell zu einer seminaristischen Rundreise des Vereins Politische Memoriale e.V. M-V unterwegs. Unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung und in Kooperation mit den Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung gingen sie auf der Spurensuche nach historischen Landschaften und Orten der Geschichte, des Gedenkens und der politischen Bildung sowie deren aktuellen Nutzung und Präsentation in Mecklenburg-Vorpommern. Hauptstationen waren Grevesmühlen, Schwerin, Mestlin, Alt Rehse, Anklam, Rostock, Klütz und Wismar.
Ein Schwerpunkt war auch diesmal das gemeinschaftliche Kennenlernen der historischen Orte und der Gedenkstätten und dabei über Erfahrungen im Umgang mit der Vergangenheit ins Gespräch zu kommen, sich mit Fakten und Informationen vertraut zu machen und über Emotionen, Vorbehalte und Meinungen zu reden und in den Begegnungen die Chancen für einen intensiven Meinungsaustausch zu nutzen. Vor Ort konnten sich die Teilnehmenden ein Bild der historischen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Situation machen und allerlei Sehenswertes entdecken. Engagierte Verantwortliche an den einzelnen Stationen gaben fachkundige Erläuterungen, Hinweise und Anregungen. Wichtig vor allem war auch der Blick hinter die Kulissen: Neue Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Aufarbeitungen, pädagogische Konzepte und Ausstellungen sowie Erfahrungen und Probleme bei der Projektförderung.

Ein besonderer Höhepunkt dieser seminaristischen Rundreisen waren die Besuche in Anklam. Die jeweiligen Diskussionsabende in der „Stiftung Zentrum für Friedensarbeit Otto Lilienthal" entwickelten sich zu einem Erfahrungsaustausch über aktuelle Initiativen in der Friedensarbeit und der politischen Bildung. Dabei stellte Prof. Dr. Dr. Stephan Tanneberger und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter die Arbeit im Umfeld des ehemaligen Wehrmachtsgefängnisses engagiert und überzeugend dar.
Die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer gingen davon aus, dass
„für die Identität der Menschen aller Generationen in einer Gesellschaft und in den Regionen, die kulturellen Werte und die Kultur der Erinnerung eine entscheidende Ebene ihres Denkens, Empfindens und damit auch ihres Engagements und ihrer Taten darstellt. Kern der Erinnerungskultur ist die Gedenkstättenarbeit, d.h.:

Erinnern - gedenken, würdigen - mahnen;
wissen, was hier und dort geschehen ist, durch wen, mit wem, wann und warum;
die Zusammenhänge verständlich machen - inbegriffen der Geschichte des Gedenkens - für das Handeln in Gegenwart und Zukunft;
Gedenkstättenarbeit ist also kulturelle Verantwortung, nicht nur logisch notwendig, sondern immer auch der Zeit gemäß." (H.R.)

Am jeweils nächsten Tag führte Prof. Tanneberger die Teilnehmenden durch die Räumlichkeiten und die Ausstellung im ehemaligen Wehrmachtsgefängnis an der Adolf- Damaschke-Straße. Hier ist mit viel ehrenamtlichem Einsatz unter seiner Leitung eine beeindruckende Erinnerungs- und Dokumentationsstätte entstanden, die ihren festen Platz in der Erinnerungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland verdient. Dies zu unterstreichen war auch ein Motiv für die Einbindung Anklams in das Programm dieser seminaristischen Rundreisen.

Abschließend galt der Besuch dem „Wald für Frieden". Die Mitglieder dieser zeitweiligen Seminargruppen spendeten, von dieser Idee und Initiative begeistert, gemeinsam jeweils einen Baum für diesen Wald für Frieden und gegen den Klimawandel.
Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der seminaristischen Rundreisen im Frühjahr und im Herbst 2009 haben diese Besuche in Anklam Spuren hinterlassen. Sie haben nicht nur selbst für Zuwachs im „Wald für Frieden" gesorgt, sondern Anregungen für ihre berufliche Tätigkeit und ehrenamtliche Arbeit erhalten und engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter in und um Prof. Tanneberger in der „Stiftung Zentrum für Friedensarbeit Otto Lilienthal" getroffen, denen herzlicher Dank und Anerkennung gilt. Diese Erfahrungen werden nachwirken und die Kontakte bestehen bleiben.

Hugo Rübesamen
Seminarleiter