Berichte zu unseren Veranstaltungen
02. März - Kurt Kretschmann Tag im Zentrum für Friedensarbeit Otto Lilienthal Hansestadt Anklam

Wer über die Insel Usedom wandert, radelt oder mit dem Auto fährt, wird immer wieder die Schilder mit der Eule auf gelbem Grund sehen und wissen, hier wird die Natur gepflegt und geschützt. Naturpark oder Landschaftsschutzgebiet, inzwischen gängige Begriffe auf der Insel. Ob alle wissen, wer die Idee mit der Eule hatte?
Die, die am zweiten März abends im ehemaligen Wehrmachtsgefängnis Anklam am Kurt Kretschmann Tag des Zentrums für Friedensarbeit dabei waren, wissen es. Dieses Symbol des Naturschutzes verdanken wir Kurt Kretschmann, einem ungewöhnlichen Menschen, der ein Leben lang kämpferisch, aber auch wissenschaftlich fundiert für den Schutz unserer Umwelt wirkte. Ein Symbol , das in der DDR geschaffen wurde und das glücklich in der Bundesrepublik Deutschland angekommen ist.
Was nur wenige wissen: Kurt Kretschmann war auch ein überzeugter Pazifist. Und deshalb dieser Abend im Friedenszentrum. Desertiert im 2. Weltkrieg versteckte er sich monatelang unter seiner Gartenlaube in Bad Freienwalde. So überlebte er Faschismus und Krieg und wurde, voll mit Idealen, denen er sein Leben lang treu blieb, Motor des Wiederaufbaus seiner Heimat.
Er hätte mitgesungen an diesem Abend. Zusammen mit dem Schulchor der Cothenius-Schule in Anklam. Gut vierzig Kinder zwischen sechs und vierzehn waren gekommen. Von der Bombe auf Hiroshima sangen sie und gemeinsamen mit allen von der Schönheit der Natur. Die Chorleiterinnen Frau Engel-Trapp und Frau Schöpp hatten das Programm gut ausgewählt.
Gekommen war aus Bad Freienwalde Frau Sybille Knospe, die illustriert mit Diapositiven das „Haus der Naturpflege" in Bad Freienwalde, direkt neben dem Garten von Kurt Kretschmann, vorstellte. Höhepunkt des Abends war der Vortrag des Trägers des alternativen Nobelpreises, Prof. Michael Succow, einem der geistigen Erben von Kurt Kretschmann. Wenn Leute, wie der Landesvorsitzende der Linkspartei Peter Ritter und Katharina Feike vom Landesvorstand der SPD im Saal sitzen, kann ich aber nicht bloß über Mulchgärten reden, sein Entschluß. Da muß ich politisch werden. Und er wurde. So kann es nicht weitergehen. Die Welt braucht Vernunft, um den der Natur feindlichen Kapitalismus dieser Tage zu bändigen. Aber ich glaube an die Vernunft der Natur. So sein Credo. Daß es dringend der Vernunft braucht, machte Prof. Stephan Tanneberger, Stiftungsvorstand des Friedenszentrums deutlich. Heute ging durch die Presse, daß rund 500 Millionen Euro der Konjunkturhilfe nach den Plänen der Bundesregierung für Rüstungsausgaben verwendet werden, berichtete er. Also, Steuergelder für die Vorbereitung neuer militärischer Konflikte.
Viel Kopfschütteln im Saal. Frieden mit der Natur und Frieden zwischen den Menschen, das gehört zusammen. Und neue Waffen werden weder die Welt noch unsere Ersparnisse sicherer machen. Darüber bestand Einigkeit bei denen, die im Friedenszentrum zusammen gekommen waren.
Ein interessanter Abend, auch ohne die derzeit Regierenden von Anklam. Die beiden größten Gebäude der Stadt interessieren nicht. Aber dank solcher Leute wie der Hausmeister Liebig und Leppin präsentiert sich das ehemalige Wehrmachtgefängnis immer besser. Gerettet dieser einmalige Bau! Noch kalt im Winter, aber mit guten Gesprächen am Ende, bei Glühwein und heißem Kaffee, wurde allen warm. Kurt Kretschmann hätte sich gefreut wäre er dabei gewesen. Das Zentrum für Friedensarbeit wird auch 2010 wieder an diesen ungewöhnlichen Menschen denken. Alle hoffen in einem dann geheizten Gebäude. Zwanzigtausend Euro kostet das. Wir wollen das schaffen, sagen die Unentwegten vom Friedenszentrum. Damit Frieden bleibt, damit die Natur immer schöner wird und damit die Anklamer stolz sein können auf Ihre Stadt. Dabei hoffen Sie, daß immer mehr mithelfen.
Wer das möchte, kann sich über www. friedenszentrum-anklam.de informieren oder unter 03971-293427 anrufen.
Die Spendenkonten lauten: Konto Nr. 2021331 bei der Volksbank Raiffeisen (BLZ 15061638) oder Konto Nummer 230010059 bei der Sparkasse Vorpommer (BLZ 15050500).
04.05.2009 Kandidaten des Europaparlaments stehen Rede und Antwort -Artikel der Ostseezeitung- vom06.05.2009
Frieden in Europa:
Geht's auch ohne Politiker?
23.Mai 2009 Wochenende im Anklamer Friedenswald
PRESSEMITTEILUNG

Für Frieden, für Anklam gegen den Klimawandel

Irgendwie stand dieses Motto über dem Tag im Anklamer Friedenswald, zu dem am 23.5 das Zentrum für Friedensarbeit eingeladen hatte. Fast 40 Anklamer hatten sich auf dem Gelände nahe der Südstadt eingefunden, um mitzuhelfen, daß sich der 2007 geschaffene „Wald FÜR Frieden und GEGEN Klimawandel", wie es offiziell heißt, weiter gut entwickelt. Was sie dabei bewegt, kann nun jeder nachlesen. Auf der an diesem Tag aufgestellten Informationstafel, die der Naturpark Usedom den Anklamern gespendet hat. Anklam beteiligt sich an der 1 Milliarde Bäume Aktion der Vereinten Nationen. Und darauf können die Anklamer stolz sein. Die Zahl von weit über 300 gepflanzten Bäumen wurde in die offizielle Berichterstattung der Kampagne „ Pflanzen für den Planeten" des UN Umweltprogramms (UNEP ) aufgenommen. Ganz maßgeblichen Anteil am Gelingen dieses Tages hatte die „Initiative für Anklam (IfA)", die das Zentrum für Friedensarbeit seit langem im Interesse der Stadt bei dem Projekt Friedenswald engagiert unterstützt. Verantwortungsbewusste Vertreter von IfA wie Norbert Gehrke mit dem toom Baumarkt, wie Detlef Stark mit seiner Landtechnik, aber auch viel andere, dieser für Anklam so wichtigen Wählerinitiative, hatten auch dieses mal wieder Hacke und Spaten in der Hand. Stadtförster Behrens war nicht allein mit seiner Sorge um das Gedeihen der Bäume und falls das immer noch nicht reicht, hatten sich Freunde von den Lions Clubs Anklam und der Insel Usedom eingefunden. In Anklam fand am Sonnabend das International Trabbi Treffen statt. Die Trabant-Fans fanden die Idee Wald gut. Und nicht nur das. Einen Baum pflanzen wollten die und sie taten es. So hat der Wald neben dem Baum den „Politische Memoriale .V. aus Schwerin vor Kurzem gestiftet hat, nun noch einen zweiten neuen Baum bekommen. Keine großen Reden an diesem Tag, Aber ein Satz von Prof. Tanneberger vom Zentrum für Friedensarbeit fand Beifall. Wir tun was für den Frieden, IFA was für Anklam und gemeinsam tun wir etwas für den Umweltschutz. Vielleicht ein guter Satz aus dieser Stadt.
Der Trabbi-Club pflanzt am 23.05.2009 einen Baum im Anklamer Friedenswald
Ruhepause nach der Arbeit im Anklamer Friedenswald am 23.05.2009
Links die freiwilligen Helfer der "Initiative für Anklam (IfA)", rechts
Mitarbeiter des Friedenszentrums.
Pressemitteilung

FRIEDENSSCHULE AM ZENTRUM FÜR FRIEDENSARBEIT - OTTO LILIENTHAL-HANSESTADT ANKLAM HAT ARBEIT AUFGENOMMEN

Am Anfang war die Friedensschule Monte Sole nahe Bologna, könnte über der Geschichte des Friedenszentrums in Anklam stehen. Auf Initiative von Prof. Tanneberger reiste im Sommer 2004 eine Gruppe Anklamer Persönlichkeiten nach Italien, um diese Einrichtung zu besuchen. Sehr begeistert wurde dabei von den „Anklamesi", wie die Gruppe in Italien hieß, der Gedanke aufgenommen Anklam zu einer Stadt des Friedens zu machen… Wir haben doch auch historische Gebäude, das ehemalige Wehrmachtsgefängnis, die alte Kriegsschule. Und Erinnerung gilt es auch in Anklam zu bewahren… Krieg hat 1945 diese Stadt zerstört und Krieg wird noch viele Städte und unser alle Leben zerstören, wenn wir nicht Einhalt gebieten. Wenn wir den Menschen des 21. Jahrhunderts nicht Toleranz und Friedensdenken vermitteln. Mit viel Begeisterung wurde die Stiftung Zentrum für Friedensarbeit - Otto Lilienthal- Hansestadt Anklam geschaffen. Danach viel Fleiß, viel Mühe und am Ende ein ehemaliges Wehrmachtsgefängnis, in dem die Würde derer gewahrt wird, die dort in den Jahren 1940-1945 Opfer einer brutalen Militärjustiz wurden. Damit war auch die Voraussetzunge für das Anklamer Friedensforum geschaffen. Wichtige Schritte zur Friedensforschung innerhalb der Stiftung folgten. Anerkennende Worte der SIPRI Direktorin aus Stockholm 2007. Der Friedenswald wurde gepflanzt. Aber noch kein Fortschritt mit der Friedensschule in der ehemaligen Kriegsschule. Die steht weiter leer und ist dem Verfall Preis gegeben. Noch immer können sich die Verantwortlichen nicht entschließen etwas zu tun. Politischer Widerstand gegen den Plan einer Friedensschule in dem Gebäude wird inszeniert. Aber wenn nicht so, dann eben anders beschließt der Vorstand der Stiftung. Die Friedenschule kann nicht warten. Wo ein Wille ist auch immer ein Weg. Und wo die eigenen Kräfte nicht reichen, dort hilft vertrauensvolle Zusammenarbeit. In diesem Fall mit der Gedenkstätte Golm, mit deren Leiter, Dr. Köhler. Am 24.06.besuchten erstmals zwei Schulklassen, eine aus Szcezin und eine aus Demmin das Friedenszentrum. Eröffnungsveranstaltung der Friedensschule. Wer's nicht glaubt, der gehe in den Friedenswald. Dort steht der Baum, den die Schüler mir Ihren Lehrern gepflanzt haben. Und das ging rasch so weiter. Am 10. Juli Besuch einer Schulklasse der Ludwig-Geißler-Schule aus Hanau in Hessen
( siehe Foto).
Wieder ein Schritt vorwärts mit der Friedensschule. Wieder ein Baum für Anklam gepflanzt. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling und drei Schulklassen noch keine Friedensschule. Aber die machen Mut und den braucht es. Denn ohne Mut zum Frieden keinen Frieden. Und die machen Anerkennung. Nun schließt sich der Kreis. Vor wenigen Wochen wurde das Friedenszentrum Anklam in die „EU Partnerschaft für Frieden" aufgenommen. Und woher kam die Einladung dazu. Aus der Friedensschule Monte Sole Monte in Italien.

Zentrum für Friedensarbeit - Otto Lilienthal - Hansestadt Anklam.
24. 06. 2009 Eröffnung der Friedensschule
Die Auszubildenden des Elektrohandwerkes
der Ludwig-Geißler-Schule aus Hanau in Hessen,
besuchten am 10.Juli 2009
das ehemalige Wehrmachtsgefängnis und den Friedenswald in Anklam
im Zusammenhang eines einwöchigen Aufenthalts in der Jugend-und Begegnungsstätte Golm
(Insel Usedom)
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Anklamer Zeitung vom 25.06.2009