aktuelles aus Anklam

wir über uns

Das 21. Jahrhundert wird davon bestimmt sein, Frieden in der Welt nicht mehr nur als ein moralisches Anliegen, sondern als Grundlage für den Fortbestand unserer Zivilisation zu betrachten. Im gleichen Sinne ist der Schutz der Natur zu einer Überlebensfrage unseres Erdballs geworden. Ohne Frieden und Schutz der Natur gibt es für niemanden, arm oder reich, eine Zukunftschance. Die sachliche Information der Bürger und die konsequente Erziehung vor allem junger Menschen im Sinne dieser beiden Grundwerte unserer Zivilisation ist das Ziel unserer Arbeit. Die Mitwirkung an wissenschaftlich begründeten, richtigen politischen Entscheidungen im Sinne von Rüstungsbegrenzung und internationaler Waffenkontrolle betrachten wir als Pflicht und Herausforderung.

Initiativen solcher Art können insbesondere dort erfolgreich organisiert werden, wo es diesbezüglich historische Bezugspunkte und eine schützenswerte Landschaft gibt. Die Hansestadt Anklam kann auf beides verweisen. Unmittelbar neben der 1896 gebauten früheren preußischen Militärschule, befindet sich das ehemalige Wehrmachtsgefängnis, in dem 1940 bis 1945 nach vorliegenden Dokumenten 134 Armeeangehörige hingerichtet wurden. Die wirkliche Zahl dürfte aber weitaus höher liegen.
Es ist wahrscheinlich, dass im Wehrmachtsgefängnis Anklam weit über 15.000 Wehrmachtsangehörige zur Untersuchungshaft, Strafverbüßung, zur Vorbereitung auf den Feldstrafvollzug in Bewährungseinheiten oder die Verlegung in Emslandlager und Konzentrationslager inhaftiert waren.

Diese Stätten haben einen bedeutenden historischen Wert für die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und die internationale Friedensbewegung. Andererseits gibt es im angrenzenden
Peene-Delta und auf der Insel Usedom staatlich anerkannte Naturschutzprojekte zur Erhaltung
einer einmaligen Flora und Fauna.

Aber Anklam ist auch die Stadt Otto Lilienthals, der nicht nur ein weltbekannter Flugpionier
sondern auch einer der großen Techniker war, der frühzeitig auf den Zusammenhang von
technischer Entwicklung und Notwendigkeit des Friedenskampfes hingewiesen hat.

Keineswegs zuletzt zeichnet sich Anklam für eine solche Initiative durch seine geografische Lage nahe der polnischen Grenze aus. An dieser Grenze begann der 2. Weltkrieg und bis heute sind die Wunden vergangener deutsch-polnischer Konflikte nicht völlig verheilt. Mit einem Projekt "Frieden zwischen den Menschen und mit der Natur" können wertvolle Schritte zur weiteren Aussöhnung der beiden Völker im Geiste Europas, aber auch für den gemeinsamen Schutz der grenznahen Naturparks getan werden.

Von alledem ausgehend wurde auf Initiative von Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Öffentlichkeit sowie des Landkreises Ostvorpommern, und der Stadt Anklam, wie:
Landrätin Dr. Syrbe, Prof. Dr. Dr. Tanneberger, Dr. Waßermann, Bürgermeister Galander und Bürgervorsteher Lehrkamp, Prof. Succow, Prof. Kummert, Prof. Enderlein u.a. am 05.01.2005 die Gründung der Stiftung "Zentrum für Friedensarbeit - Otto Lilienthal - Hansestadt Anklam" beschlossen. Inzwischen verfügt die Stiftung, Dank der Großzügigkeit von insgesamt 10 Stiftern, über das notwendige Stiftungskapital.

Der Prozeß der Stiftungsgründung gelang in unmittelbarer und ständiger Zusammenarbeit mit der Friedensschule Monte Sole Marzobotto/Bologna in Italien und dessen Präsidenten Prof. Vittorio Prodi (Abgeordneter des Europaparlaments).

Stiftungvorstand

als Vorsitzender
Prof. Dr. Dr. Stephan Tanneberger

als Mitglieder
Michael Galander
Uwe Ulrich Schulz
Kuratorium

Dr. Barbara Syrbe

Horst Kleinhardt
Susanne Bluhm
Jan Schäfer-Röhrig
Sybille Bothmann
Dieter Neuhaus
Eckhard Schröder
Dr. Joachim Nelles


Vorsitzende