Ein Denkmal im Friedenszentrum

Informationen zum ehemaligen NS - Wehrmachtsgefängnis in Anklam

Das Wehrmachtsgefängnis Anklam gehörte während des Zweiten Weltkrieges zu den sieben zentralen Wehrmachtsgefängnissen im sogenannten Heimatkriegsgebiet. In dieser Zeit sind mehrere tausend Wehrmachtsangehörige inhaftiert gewesen. Neben kriminellen Delikten kamen zahllose Wehrmachtsangehörige in das Anklamer Gefängnis wegen Fahnenflucht, unerlaubter Entfernung und Wehrkraftzersetzung. Bisher ist bekannt, dass 134 Soldaten und Offiziere in Anklam hingerichtet wurden, zumeist wegen Fahnenflucht. Sie wollten sich aus ganz unterschiedlichen Motiven, dem weiteren Einsatz für die verbrecherischen Kriegsziele der Nationalsozialisten entziehen. Während des Zweiten Weltkrieges bestanden ca. 1000 Kriegsgerichte, von denen geschätzte 30.000 Todesurteile verhängt wurden, davon wurden 20.000 vollstreckt. Im Vergleich: Während des Ersten Weltkrieges ließ die deutsche Militärjustiz 48 Todesurteile vollstrecken. Durchdrungen von nationalsozialistischem und rassenbiologischem Gedankengut, erfüllt von blinder Pflichterfüllung, wurden die NS-Militärrichter zu aktiven Werkzeugen des faschistischen Terrors. Mit zunehmender Kriegsdauer, saßen immer weniger Verurteilte ihre Strafen in den Wehrmachtsgefängnissen ab. Von hier gingen die Transporte in die berüchtigten Bewährungs- und Strafeinheiten, zumeist an der Ostfront. Lebensgefahr, Schikane, geringste Verpflegung und mangelnde medizinische Versorgung gehörten zum Alltag der "anderen Soldaten" in den zentralen Wehrmachtsgefängnissen, im sogenannten Heimatkriegsgebiet. In dieser Zeit sind mehrere tausend Wehrmachtsangehörige inhaftiert gewesen.